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Es werden Posts vom Oktober, 2022 angezeigt.

Estepona (2)

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Gab es in den vergangenen Tagen hier in Andalusien irgendwann gefen Mittag immer den verlässlicheen Wechsel von Grau zu Blau, so blieb es heute beim Grau. Sonnenstunden: Nada. Wäre dieser Tag ein Diät-Eis, dann ein Solero-Zero. Und so macht jeder das Beste aus diesem trüben Tag. Oscar beispielsweise hatte zuletzt trainiert, sämtliche 94 Provinzen Österreichs auf einer Karte zu finden. So weit, so gut. Im weiteren Verlauf des Urlaubs, und hier werden Mediziner langsam hellhörig, hatte er sein Provinzen-Wissen noch um die 33 Provinzen der Dominikanischen Republik erweitert und nun beschäftigt er sich mit den 88 Provinzen der Philippinen. Desweiteren simuliert er Fußball-Weltmeisterschaften und schreit aus der dritten Etage mit Blick aufs Meer glücklich so Dinge wie "Norwegen gegen Serbien" zu uns herunter. Das Kind ist glücklich. Mama dagegen war völlig anders drauf: "Ich geh jetzt nach Estepona", sprach sie und verschwand. Später erreichten un...

Estepona

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Dass uns ausgerechnet am ersten Tag ohne Termine eine volle Stunde geschenkt wird, ist vollkommen absurd. Wir nehmen sie natürlich trotzdem gerne. Eine Stunde mehr Andalusien im Herbst, eine Stunde weniger Berlin im April - das ist an sich schon ein fairer Tausch. Gesten Abend besuchten wir noch einmal den hiesigen Supermarkt, den wir liebevoll ALDO nennen, denn das klingt mehr nach Urlaub als ALDI. Dort überkam dem Herr des Hauses an der Kasse die totale Sprachen-Konfusion. Nach dem verwirrenden Englisch-Spanisch-Deutsch-Gebrabbel der letzten Tage wurde die Transaktion an der Kasse deshalb mit einem der vollkommenen Hilflosigkeit entwachsenen "Dinki-Danke" beendete, worüber sich der Spanische Kassierer im Übrigen keineswegs wunderte.  Die Must-Sees hier (nicht unbedingt auf Alhambra-Level, aber auch toll): Erstens unter einer Brücke schwimmen viele Fische, die durchdrehen, wenn man sie füttert und dann einen wilden schnappenden Wirbel bilden und zweit...

Gibraltar - Estepona

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Der Bus, den wir nehmen wollten, um nach Estepona zu fahren, fährt samstags nicht. Also organisierte die Tochter gestern in feinstem Castellano einen anderen, durchaus samstagsfahrenden Bus. Zwei Stunden später als der imaginäre Bus sollte der reale fahren. Und was macht man in zwei geschenkten Stunden? Man checkt noch mal in Gibraltar ein und steht an der Schranke, während der Airbus startet. Dann kauft man im Sportgeschäft noch ein Trikot für den Sohn. "He's interested in all Football-Clubs of Gibraltar", sagten wir zum verschlafen wirkenden Verkäufer im Sportartikel-Geschäft.  Im Verlauf des Gesprächs stellte sich heraus, dass dieser selber gestern noch als Spieler auf dem Platz stand, als wir ihm auf der Tribüne zujubelteb. Wir logen, dass er Oscars absoluter Lieblingsspieler sei, fragten nach einem Foto und sicherheitshalber auch nach seinem Namen (Kieron Garcia) und der Rückennummer (74). Gibraltar ist so klein. Alles quetscht sich ineinander...

Gibraltar

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Nach einer Vier-Sterne-Nacht folgte das Vier-Sterne-Frühstück. Spanisches Frühstück links, britisches Frühstück rechts - Gibraltar halt. Und dann sprach Papa stolz, er habe Macadamia-Nüsse vom Buffet mitgebracht, biss in eine von ihnen hinein und hörte leider etwas zu spät die entsetzte Familie schreien, dass das absolut keine Nuss, sondern eine Knoblauchzehe sei. Recherchen, nachdem die Geschmacksexplosion verkraftet war, ergaben zudem leider, dass sich die Ähnlichkeit zwischen Macadamia-Nüssen und Knoblauch in recht engen Grenzen hält.  Anschließend liefen wir nach Gibraltar rüber. Gibraltar ist ja so klein, dass der Flughafen nicht ganz hinein passt. Die Hauptverkehrsstraße führt deshalb genau über die Landebahn. Immer mal wieder bimmelt es dort, eine Schranke geht anschließend hinunter und eine automatische Ansage verkündet lässig, dass man nun in den nächsten Minuten nicht mehr hinüber könne, denn es folge eine Flugzeug-Sache, Start oder Landung oder so...

Cordoba - Gibraltar

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Zu Beginn dieses Eintrags finden sich noch Bilder von gestern Abend: Cordoba zeigte sich nach Sonnenuntergang von einer extrem fotogenen Seite. Wir ließen auf der Mauer der Mezquita sitzend und Tortilla kauend jedenfalls nicht viel an Klischees aus. Und nun, um ehrlich zu sein, sind wir nicht direkt in Gibraltar, sondern im angrenzenden La Linea, dem Märkischen Viertel Spaniens, untergekommen. Häuserschluchten, verlassene Marktplatzbuden... Aber im Gegensatz zum Märkischen Viertel glitzert gegenüber halt Gibraltar. Und was hat Mama da bitteschön gebucht?! Ein Vier-Sterne-Hotel mit Pool und 220 Zimmern. Davon schätzungsweise 213 frei. Wir sind baff.  Nach der Cordoba-Wohnung ohne Fenster, in der die Eltern gestern bis etwa 2 Uhr nachts im eigenen Schweiß badeten, ehe sie die Tür zu den Kindern öffneten, welche die Klimaanlage volles Rohr laufen ließen und vor sich hin bibberten, ist das nun ein Upgrade, das sich fast nicht verkraften lässt. Sitzt ...

Granada - Cordoba

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Dreizehn Kilometer latschen, früh aufstehen und wieder dreizehn Kilometer latschen. Unser Urlaubsbeginn in Andalusien ist nichts für den Typ "Eis, Strand, Buch". Der wohnt natürlich auch in uns, wird aber erst später glücklich gemacht. Heute früh fing es vor Sonnenaufgang die Hügel Granadas hinab und mit dem Zug nach Cordoba.  Dort unternahmen wir mal wieder eine geführte Walking-Tour, deren internationalen Glamour ein muffiger Typ aus New York und eine Reisegesellschaft aus Bielefeld sicherstellte.  Der Guide erzählte viel von der religiösen Mischung, die schon Granada ausgemacht hat. Hier ein Sultan, dort ein Bischof. Fragen? Hatten die Zuhörer aus Bielefeld, Berlin und NY nicht. Als es aber um das Spezial-Essen Cordobas ging, für das man Tomaten und Brot zusammenpampen muss, da gab es doch interessierte Rückfragen beiderseits des Atlantik. Da konnten Sultan und Bischof noch so viel jahrhundertelangen Zwist haben, sobald es ums Essen geht, zeigt sich das wahre t...

Granada

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Da Oscar derzeit täglich um mindestens zwei Zentimeter wächst, insbesondere an den Füßen, begann unsere Walking-Tour durch Granada bezeichnenderweise in diversen Schuhläden. Wenig später waren neue Schuhe gekauft und nochmal wenig später sahen sie aus wie schon seit mehreren Generationen getragen. Granada ist eine Stadt, die mit vielen Gotteshäusern trumpft. Alle waren erst muslimisch und sind nun christlich. Es gibt hier entsprechend eine reizvolle Mischung aus nordafrikanischen und europäischen Einflüssen, wie wir Schawarma und Churros kauend feststellten. Dass Granada zu den absoluten Hot-Spots Europas gehört, wurde schon in der kleinen Vorstellungsrunde der Walking-Tour deutlich. Wir kamen aus den USA, Kanada, Australien, Frankreich, Deutschland und sogar Österreich und stapften die Gassen bergauf und bergab. Eigentlich aber ist Granada nichts anderes als das verschlafene albanische Girokastrer: Eine absurd bergige Kopfsteinpflaster-Stadt mit Bur...

Berlin - Malaga - Granada

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Berlin ist flach und hässlich, Granada dagegen hügelig und hübsch. Also flogen wir heute nach Malaga und setzten uns dort  verstimmt an eine Haltestelle und warteten auf den Bus nach Granada. Warum so verstimmt? Warum Haltestelle? Malaga - dies zum Thema "Haltestelle" - schied im Wettstreit attraktiver Ziele Andalusiens gegen die Konkurrenz aus Cordoba und eben Granada leider aus, weshalb wir von Malaga nicht mehr berichten können, als dass es am Flughafen dort tolle elektronische Hüpf-Spiele und Bushaltestellen gibt. Der Bus nach Granada sollte um 16:15 fahren. "Vermutlich voll", sagte uns der Busfahrer um 15:30. Mist. Wir buchen also Bus-Tickets für 17:00. Als der 16:15er so langsam startklar ist, kommt die frohe Kunde: noch vier Plätze frei!  "Aber ihr", der Busfahrer guckt uns freundlich an, "ihr habt ja jetzt Tickets für 17:00". No problem sei 17:00. Das sei wirklich ganz ausgezeichnet, dass wir da Tickets...