Gibraltar - Estepona

Der Bus, den wir nehmen wollten, um nach Estepona zu fahren, fährt samstags nicht. Also organisierte die Tochter gestern in feinstem Castellano einen anderen, durchaus samstagsfahrenden Bus. Zwei Stunden später als der imaginäre Bus sollte der reale fahren.
Und was macht man in zwei geschenkten Stunden?
Man checkt noch mal in Gibraltar ein und steht an der Schranke, während der Airbus startet. Dann kauft man im Sportgeschäft noch ein Trikot für den Sohn. "He's interested in all Football-Clubs of Gibraltar", sagten wir zum verschlafen wirkenden Verkäufer im Sportartikel-Geschäft. 
Im Verlauf des Gesprächs stellte sich heraus, dass dieser selber gestern noch als Spieler auf dem Platz stand, als wir ihm auf der Tribüne zujubelteb. Wir logen, dass er Oscars absoluter Lieblingsspieler sei, fragten nach einem Foto und sicherheitshalber auch nach seinem Namen (Kieron Garcia) und der Rückennummer (74).
Gibraltar ist so klein. Alles quetscht sich ineinander: die Hauptstraße in den Flughafen, der Erstligaspieler ins Sportgeschäft. Vor Begeisterung kauften wir noch einen Schlüsselanhänger, verließen dann Gibraltar und reisten Beethovens Neunte summend wieder in die Europäische Union ein. Wer weiß für wie lange... Jahre wahrscheinlich, es sei denn, Viktor Orban kommt auf Ideen...
Dann also ging es im Bus nach Estepona. Wir hielten an jeder Gießkanne und wollten gerade schimpfen, als wir feststellten, dass uns die Reiseleitung diesmal in eine Unterkunft gebucht hat, die so wohnlich ist, dass wir große Sorgen haben, das gesamte Wohnpotenzial in den verbleibenden vier Tagen gar nicht richtig wegwohnen zu können:
Wir leben hier in einem Haus auf drei Etagen direkt mit Meereszugang. Es gibt unzählige Schlaf- und Badezimmer.
Von der Terrasse und vom Balkon sind es zehn Meter zum rauschenden Mittelmeer. Und sitzt man auf einem der Klos oder liegt in einer der Badewannen, so muss man den Kopf nur drehen um Strand und Brandung zu sehen. Das ist wirklich insprierend.
Es ließen sich auf dem Pott sitzend vermutlich wunderbare Elegien auf das Meer und Hymnen an die Sonne Andalusiens schreiben. Man muss halt nur damit leben können, dass die Strandspaziergänger einen ebenso fabelhaften Blick ins Badezimmer haben wie wir aus ihm hinaus.
So - nun passiert hier wohl nicht mehr viel. Die Gattin sagt, wir sollen trotzdem weiter bloggen, Die Tochter sagt, wir sollen es bleiben lassen. Der Sohn enthält sich.
Warten wir es einfach mal ab. 

Kommentare

  1. Bitte, bitte weitermachen!!! Wir genießen jeden Tag und möchten wissen wie man mit sooo viel Wohnraum klarkommt. Gute Erholung und liebe Grüße,Lydia und Papa,Opa,Wolfgang

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