Granada - Cordoba
Dreizehn Kilometer latschen, früh aufstehen und wieder dreizehn Kilometer latschen. Unser Urlaubsbeginn in Andalusien ist nichts für den Typ "Eis, Strand, Buch". Der wohnt natürlich auch in uns, wird aber erst später glücklich gemacht.
Dort unternahmen wir mal wieder eine geführte Walking-Tour, deren internationalen Glamour ein muffiger Typ aus New York und eine Reisegesellschaft aus Bielefeld sicherstellte.
Der Guide erzählte viel von der religiösen Mischung, die schon Granada ausgemacht hat. Hier ein Sultan, dort ein Bischof. Fragen? Hatten die Zuhörer aus Bielefeld, Berlin und NY nicht. Als es aber um das Spezial-Essen Cordobas ging, für das man Tomaten und Brot zusammenpampen muss, da gab es doch interessierte Rückfragen beiderseits des Atlantik. Da konnten Sultan und Bischof noch so viel jahrhundertelangen Zwist haben, sobald es ums Essen geht, zeigt sich das wahre touristische Interesse.
Sprachen wir schon von der Stärke und der Schwäche der Unterkunft in Granada? Die Stärke war die Aussicht auf die Alhambra vom Bett und vom Balkon aus. Die Schwäche war, dass drei Famimitglieder den Griff der Klotür mit dem an der Klotür hängenden Besen verwechselten und somit nach einem kurzen Schrei mit dem Besen in der Hand im Badezimmer standen.
Hier ist es umgekehrt: Das Badezimner ist inklusive Tür tiptop. Die Aussicht dagegen ist ein handfester Skandal:
Unser Zimmer liegt im Erdgeschoss und zwar direkt hinter der Rezeption. Sofort haben wir alle Fensterläden geschlossen, denn einen Meter vor ihnen hantiert die Hotelangestellte. Neu ankommende Gäste sehen sie ensig bei der Arbeit und im Hintergrubd durch das Fenster unsere Socken und uns selbst, liegend im Bett, teils jammernd. Das muss nicht sein. Fensterläden zu. Keine Aussicht. Keine Luft. Wir verhielten uns unsagbar deutsch, sprach die Mutter, als wir alle Fensterläden schlossen und meinte das nicht unbedingt positiv. Egal. Der Fensterladen bleibt zu. Und weiter schimpfen wir: Tritt man aus unserer Wohnung heraus, steht man unmittelbar hinter dem Rezeptionsschalter und kann sich glücklich schätzen, wenn nicht gerade andere Gäste uns nach ihren Schlüsseln oder den Sehenswürdigkeiten Cordobas fragen, zum Beispiel dieser schmalen Gasse, in der wir da auf dem Foto stehen.
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